Immobilie im Scheidungsfall

Emily Sperling

Immobilienkauffrau

Nov 23, 2022

Viele Eheleute entscheiden sich für ein gemeinsames Eigenheim. Doch nicht immer läuft die Beziehung wie ursprünglich geplant. Wenn eine Scheidung im Raum steht, stellt sich oft die Frage:

Was passiert mit der gemeinsamen Immobilie?

Diese Frage ist im Regelfall sehr emotional behaftet, denn in der Immobilie stecken zahlreiche Erinnerungen aus der gemeinsamenVergangenheit. Zudem spielen einige finanzielle Faktoren eine Rolle. So ist es gar nicht so einfach, sich schnell zu einigen, was mit der Immobilie passiert. Inder Entscheidungsfindung sollten verschieden Optionen in Betracht gezogen und abgewogen werden. Mit diesem Blogartikel möchten wir Sie unterstützen, indem wir Ihnen eine Zusammenfassung der verschiedenen Optionen an die Hand geben.

 

1.  Gemeinsamer Hausverkauf

Einer der gängigsten und unkompliziertesten Optionen nach der Scheidung ist derHausverkauf – vorausgesetzt, beide Personen sind damit einvernehmlich einverstanden. Indem sich beide Partner dazu entscheiden, den bestmöglichenVerkaufspreis ohne Zeitdruck anzustreben, können viele Streitigkeiten vermieden werden. Hier kann es hilfreich sein, einen objektiven Makler und Gutachter mit ins Boot zu holen, um den Marktwert zu ermitteln und den Verkauf voranzutreiben. Der Erlös wird entweder für das Abbezahlen des Kredits oder alsÜberschuss unter den Eheleuten aufgeteilt.

 

2.  Eigentumsübertragung

Bei dieser Option leistet der eine Ehegatte an den anderen eineAusgleichszahlung. Im Gegenzug erhält er seinen Anteil der Immobilie und ist somit alleiniger Eigentümer. Hierfür ist eine Marktwertermittlung notwendig, damit der Preis für die Anteile fair bewertet wird. So können weitereStreitigkeiten vermieden werden. Grundsätzlich muss vor einerEigentumsübertragung im Falle eines offenen Darlehens für die Immobilie mit derBank geklärt werden, wie die Mithaftung am Kredit geregelt werden soll. Zusätzlich sollte mit einem Steuerberater gesprochen werden, sobald eineScheidung diskutiert wird. Denn es kann auch Sinn ergeben, schon vor der offiziellen Scheidung die Ausgleichszahlung zu tätigen, um Grunderwerbssteuer zu sparen. Andererseits kann in diesem Fall eine Schenkungssteuer fällig werden. Hier sollte ein Experte umfassend beraten.

 

Eine weitere Möglichkeit ist, die Immobilie auf die, wenn vorhanden, gemeinsamen Kinder zu übertragen. Dies ist eine gängige Option, um eine finanzielle Absicherung für die Kinder zu schaffen. Bei minderjährigenKindern muss die Übertragung beim Vormundschaftsgericht beantragt werden. Zudem sollte bedacht werden, dass das Kind als neuer Eigentümer umfangreiche Pflichten trägt.

 

3.  Realteilung

Je nach Grundriss der Immobilie kann es auch Sinn ergeben, diese in zwei getrennte Wohnungen aufzuteilen. Jeder Ehegatte begründet dann Wohnungseigentum an seiner Wohneinheit. Dies funktioniert besonders gut, wenn beide Parteien weiterhin gut miteinander auskommen. Sollte diese Option infrage kommen, muss ein Architekt für die Teilungsplanung und ein Notar für die Beurkundung hinzugezogen werden.

 

4.  Teilungsversteigerung

Sollte eine Einigung unter den Ehegatten nicht möglich sein, bleibt nur noch eine Teilungsversteigerung beim örtlichen Amtsgericht zu beantragen. Nach der Ermittlung des Verkehrswerts durch einen Sachverständigen kommt es zu einer öffentlichen Versteigerung. Hier wird derjenige neuer Eigentümer der Immobilie, der das höchste Gebot abgibt. Der Erlös wird unter den Ehegatten aufgeteilt. Allerdings ist dieser im Regelfall deutlich geringer als der Marktwert, sodass häufig ein hoher finanzieller Verlust hingenommen werden muss. Dies ist aus allen vorgestellten Möglichkeiten die wohl ungünstigsteLösung.

 

5.  Vermietung an Dritte

Möchten beide Personen die Immobilie im Besitz behalten, kann diese auch an Dritte vermietet werden. Die Instandhaltungskosten und Mieteinnahmen werden jeweils zur Hälfte aufgeteilt. Die Vermietung ist allerdings nur eine sinnvolle Lösung, wenn die Ehegatten ein gutes Verhältnismiteinander pflegen. Denn als gemeinsame Eigentümer müssen sie ihren Pflichten gemeinsam nachkommen und zusammen Entscheidungen treffen.

 

Wichtige individuelle Faktoren

Bei allen Möglichkeiten gibt es zahlreiche weitere Faktoren zu beachten, die Fragen aufwerfen. Hier einige Beispiele:

·     Was passiert mit dem Darlehen und Bausparvertrag?

·     Welche steuerlichen Umstände müssen beachtet werden?

·     Ist es vielleicht sinnvoll, schon vor der offiziellen Scheidung einen Verkauf anzustreben?

 

Diese und weitere Fragen lassen sich nicht allgemeingültig beantworten, sondern sind von den individuellen Umständen abhängig. Wir sind selbstverständlich auch persönlich für Sie da, sollten Sie eine weitere Beratung wünschen!

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Immobilie im Scheidungsfall
Immobilie im Scheidungsfall

Viele Eheleute entscheiden sich für ein gemeinsames Eigenheim. Doch nicht immer läuft die Beziehung wie ursprünglich geplant. Wenn eine Scheidung im Raum steht, stellt sich oft die Frage:

Was passiert mit der gemeinsamen Immobilie?

Diese Frage ist im Regelfall sehr emotional behaftet, denn in der Immobilie stecken zahlreiche Erinnerungen aus der gemeinsamenVergangenheit. Zudem spielen einige finanzielle Faktoren eine Rolle. So ist es gar nicht so einfach, sich schnell zu einigen, was mit der Immobilie passiert. Inder Entscheidungsfindung sollten verschieden Optionen in Betracht gezogen und abgewogen werden. Mit diesem Blogartikel möchten wir Sie unterstützen, indem wir Ihnen eine Zusammenfassung der verschiedenen Optionen an die Hand geben.

 

1.  Gemeinsamer Hausverkauf

Einer der gängigsten und unkompliziertesten Optionen nach der Scheidung ist derHausverkauf – vorausgesetzt, beide Personen sind damit einvernehmlich einverstanden. Indem sich beide Partner dazu entscheiden, den bestmöglichenVerkaufspreis ohne Zeitdruck anzustreben, können viele Streitigkeiten vermieden werden. Hier kann es hilfreich sein, einen objektiven Makler und Gutachter mit ins Boot zu holen, um den Marktwert zu ermitteln und den Verkauf voranzutreiben. Der Erlös wird entweder für das Abbezahlen des Kredits oder alsÜberschuss unter den Eheleuten aufgeteilt.

 

2.  Eigentumsübertragung

Bei dieser Option leistet der eine Ehegatte an den anderen eineAusgleichszahlung. Im Gegenzug erhält er seinen Anteil der Immobilie und ist somit alleiniger Eigentümer. Hierfür ist eine Marktwertermittlung notwendig, damit der Preis für die Anteile fair bewertet wird. So können weitereStreitigkeiten vermieden werden. Grundsätzlich muss vor einerEigentumsübertragung im Falle eines offenen Darlehens für die Immobilie mit derBank geklärt werden, wie die Mithaftung am Kredit geregelt werden soll. Zusätzlich sollte mit einem Steuerberater gesprochen werden, sobald eineScheidung diskutiert wird. Denn es kann auch Sinn ergeben, schon vor der offiziellen Scheidung die Ausgleichszahlung zu tätigen, um Grunderwerbssteuer zu sparen. Andererseits kann in diesem Fall eine Schenkungssteuer fällig werden. Hier sollte ein Experte umfassend beraten.

 

Eine weitere Möglichkeit ist, die Immobilie auf die, wenn vorhanden, gemeinsamen Kinder zu übertragen. Dies ist eine gängige Option, um eine finanzielle Absicherung für die Kinder zu schaffen. Bei minderjährigenKindern muss die Übertragung beim Vormundschaftsgericht beantragt werden. Zudem sollte bedacht werden, dass das Kind als neuer Eigentümer umfangreiche Pflichten trägt.

 

3.  Realteilung

Je nach Grundriss der Immobilie kann es auch Sinn ergeben, diese in zwei getrennte Wohnungen aufzuteilen. Jeder Ehegatte begründet dann Wohnungseigentum an seiner Wohneinheit. Dies funktioniert besonders gut, wenn beide Parteien weiterhin gut miteinander auskommen. Sollte diese Option infrage kommen, muss ein Architekt für die Teilungsplanung und ein Notar für die Beurkundung hinzugezogen werden.

 

4.  Teilungsversteigerung

Sollte eine Einigung unter den Ehegatten nicht möglich sein, bleibt nur noch eine Teilungsversteigerung beim örtlichen Amtsgericht zu beantragen. Nach der Ermittlung des Verkehrswerts durch einen Sachverständigen kommt es zu einer öffentlichen Versteigerung. Hier wird derjenige neuer Eigentümer der Immobilie, der das höchste Gebot abgibt. Der Erlös wird unter den Ehegatten aufgeteilt. Allerdings ist dieser im Regelfall deutlich geringer als der Marktwert, sodass häufig ein hoher finanzieller Verlust hingenommen werden muss. Dies ist aus allen vorgestellten Möglichkeiten die wohl ungünstigsteLösung.

 

5.  Vermietung an Dritte

Möchten beide Personen die Immobilie im Besitz behalten, kann diese auch an Dritte vermietet werden. Die Instandhaltungskosten und Mieteinnahmen werden jeweils zur Hälfte aufgeteilt. Die Vermietung ist allerdings nur eine sinnvolle Lösung, wenn die Ehegatten ein gutes Verhältnismiteinander pflegen. Denn als gemeinsame Eigentümer müssen sie ihren Pflichten gemeinsam nachkommen und zusammen Entscheidungen treffen.

 

Wichtige individuelle Faktoren

Bei allen Möglichkeiten gibt es zahlreiche weitere Faktoren zu beachten, die Fragen aufwerfen. Hier einige Beispiele:

·     Was passiert mit dem Darlehen und Bausparvertrag?

·     Welche steuerlichen Umstände müssen beachtet werden?

·     Ist es vielleicht sinnvoll, schon vor der offiziellen Scheidung einen Verkauf anzustreben?

 

Diese und weitere Fragen lassen sich nicht allgemeingültig beantworten, sondern sind von den individuellen Umständen abhängig. Wir sind selbstverständlich auch persönlich für Sie da, sollten Sie eine weitere Beratung wünschen!